07 – Ersatzneubau Zweifamilienhaus, Luzern
Vorstudie

Wandscheibe und Stütze. Dem Verwenden einfachster architektonischer Grundelemente, geht der Wunsch der Bauherrschaft nach einem reduzierten und effizienten Raumprogramm voraus. Dieser Gedanke der Suffizienz in eine raumhaltige Figur zu übersetzten, prägt den Entwurf. Die Grundrissfigur wird durch drei Elemente gegliedert, zwei trennende Wandscheiben und eine zentral im Raum stehende Stütze. Die Stütze ist Skulptur, trägt die Lasten der Holzkonstruktion, zoniert die Wohnhalle und symbolisiert in ihrer Körperhaftigkeit und Präsenz den Mittelpunkt des Hauses.

     Der Ersatzneubau an der nordöstlichen Stadtgrenze von Luzern ist an einer sanften Hanglage zwischen Vierwaldstättersee und Bireggwald situiert. Das Volumen, im Verhältnis zwei zu eins, führt die Körnung des Quartiers fort und schafft über seine Proportion, auf der Nord- und Südseiten, zwei differenzierte Aussenräume. Die Laube entlang der Südfassade fungiert als Puffer zwischen privatem Wohnraum und gemeinsamen Garten, ist Wohnraumerweiterung, ermöglicht den Aufenthalt im Freien und bietet sommerlichen Wärmeschutz. Vor allem aber ermöglicht die Laube durch die Entfluchtung der Räume eine minimierte interne Erschliessung und einen effizienten Grundriss.

     Die interne Wendeltreppe erschliesst über die Gartenhalle im Untergeschoss die zwei gleichwertigen Geschosswohnungen. Die gemeinschaftlich genutzte Gartenhalle schafft über ihre Grösse Flexibilität und bietet Raum für mehrere Nutzungen. Abhängig von Tages- und Jahreszeit dient die Halle dem Begegnen, Ankommen, Chillen, Werken und Waschen. Analog der Gartenhalle, vereint die Wohnhalle in den Geschosswohnungen mehrere Nutzungen und minimiert Verkehrsflächen. Fehlende Korridore und die Reduktion der Nasszellen schaffen Suffizienz, sie stehen im Kontrast mit der grosszügigen Wohnhalle und Laube.

     Das in Beton gegossene Untergeschoss bildet den Sockel des Hauses, auf ihm ruht die in Vollholz konzipierte Tragkonstruktion. Ein Sheddach schützt den Holzbau, belichtet die Wandeltreppe und ergänzt die vielfältige Dachstruktur des Matthofquartiers.