16 – Neubau Wohnüberbauung Schulsteig, Kilchberg
Wettbewerbsbeitrag – Octopus Cabinet

Das Case-Study-Houses-Programm war ein Versuch, im Bereich der experimentellen Wohnhaus-Architektur, den Entwurf sowie die Errichtung von einfachen kostengünstigen Modellhäusern vorzusehen. An der amerikanischen Westküste konnten namhafte Architekt/innen wie Neutra, Ellwod, Eames & weitere für das Programm verpflichtet werden. Hierbei wurde das Ziel angestrebt, neue Formen des Wohnens zu entwickeln. 

Das Projekt möchte in seiner Haltung, Konstruktionsweise und Atmosphäre an diese Aufbruchsjahre der Westküstenkultur anknüpfen. An das ausgesprochen optimistische Verhältnis zum Wohnen, an den feinen aber direkten Zugang zu Materialien und Farben und schliesslich an die Umarmung der Natur in ihrer Schönheit. 

     Die Grundrisse geben sich mehrdeutig und ermöglichen den Bewohnerinnen und Bewohnern unterschiedliche Möglichkeiten der Inbesitznahme. Dies wird erreicht, indem die Räume ähnlich gross sind und untereinander verbunden werden. Die nach Südosten ausgerichteten Küchenerker spielen in der Erschliessung und Zirkulation der Wohnungen eine elementare Rolle. Sie dienen als verbindende Scharniere zwischen den Wohnräumen und bieten alternative und attraktive Wegmöglichkeiten im Sinne Joseph Frank’s. Im Erdgeschoss verzahnen sich die Wohnungen mit ausgreifenden Winkelmauern mit dem Gartenraum.

     Der Blick aus dem Fenster wird in allen elf Wohnungen als Ode an die Weitsicht zelebriert. Der umliegende Garten, der See, die Berge und die Stadt Zürich sind von jedem Geschoss aus erlebbar. Um das Gefühl der Offenheit und des Lichts zu verstärken, sind die Räume der Fassade entlang erschlossen. Offenstehende Zimmertüren erweitern die räumliche Wirkung wie auch die perspektivische Wahrnehmung des atemberaubenden Blicks. Alle Wohnungen öffnen sich auf mindestens drei Fassaden des Hauses.  

     Die zwei geplanten Gebäudekörper reihen sich entlang des Schulsteig auf und besetzen eine Längsseite des Dreiecks mit gestuften Aussensitzplätzen und Pergolas. Das zum Sprüngli-Weg zweigeschossig auftretende Langhaus folgt dem Richtung See abfallenden Terrain. Zwei um ein halbes Geschoss versetzte Gebäudeteile nehmen die Terrainneigung auf. Das Punkthaus oberhalb der Tiefgarage folgt in seiner städtebaulichen Setzung den Einzelhäusern, die sich entlang der Weinbergstrasse aufreihen. Der Freiraum zwischen den Häusern wird als gemeinschaftlich genutzter Gartenraum gestaltet und dient, neben dem Schulsteig, der oberirdischen Erschliessung der Häuser.  

     

Zusammenarbeit: Käferstein & Meister Architekten, Zürich
Landschaftsarchitektur: Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau, Zürich