11 – Schulhaus im Isengrind, Zürich
Wettbewerbsbeitrag

In den 1960er Jahren wurde in Zürich Affoltern ein neues Stadtquartier für 5000 Einwohnerinnen und Einwohner geplant. Davon realisiert wurden die zwei Wohnüberbauungen Unteraffoltern I und II von Dubois & Eschenmoser. Deren frei gebliebene Mitte wird nun für die neue Sekundarschule genutzt. Um den städtebaulich, wertvollen Gestaltungsplan fortzuführen, soll das vorgeschlagene Volumen orthogonal und versetzt zu den Hochhausscheiben situiert werden, wodurch der Grün- und Freiraum weiterhin ungebunden das Quartier durchfliesst. Der Neubau bleibt bewusst niedrig, um sich in das Höhenprofil der Schulbauten einzufügen. Diese sind flacher und freier geformt, um sich in die Landschaft einzubetten und die Aussenräume untereinander zu verknüpfen. Die quartierinterne Verbindung wird gestärkt und eine kontinuierliche Platzabfolge entlang des Fuss- und Velowegs geschaffen, die eine räumliche Verbindung von der Isengrindstrasse bis zur Primarschule entstehen lässt. Die Adressierung der Schule erfolgt über den neuen Platz, er ist Auftakt der Schule und Katalysator für das öffentliche Leben im Quartier. Analog der Hochhausscheiben, ist im neuen Schulhaus der Übergang vom Aussenraum zum Innenraum fliessend. Das Erdgeschoss ist durchlässig und transparent ausformuliert. So wird das Schulhaus, seiner Grösse angemessen, von allen Seiten her erschlossen und die unterschiedlichen Binnenräume mit dem zentralen und grosszügigen Foyer verknüpft.

     Die räumliche Ordnung leitet sich aus den Prinzipien der Moderne ab. Es wird eine innenräumliche Komplexität und Vielfalt geschaffen, die sich in der übergeordneten Haltung der Arealüberbauung wiederfindet. Gleich wie im Städtebau, sind die Innenräume nach ihrer Nutzung hierarchisiert. Im Erd- und Mezzaningeschoss wird eine Architektur der Kommunikation und eine räumliche Offenheit gelebt. Diese Räume bieten viel Platz und schaffen mittels diversen Blickbezügen und spannenden Raumabfolgen eine entspannte Atmosphäre zum Lernen. Die Schulzimmer in den Obergeschossen bilden eine engmaschige Raumstruktur. Pro Geschoss werden die Cluster untereinander von zwei abgetreppten Wänden unterteilt. Es entstehen eigenständige Clustereinheiten mit jeweils einem natürlich belichteten Gemeinschaftsraum. Die abgetreppten Wände brechen den grosszügigen Gemeinschaftsraum auf den Massstab des schulischen Alltags herunter. Es entsteht eine atmosphärische Zone, die Mithilfe von freien Möblierungen und Garderobeneinteilungen individuell von den Schülern mitgestaltet werden können.

     Liegende Schwingfenster und eine in der Tiefe gestaffelte tektonische Fassadengliederung, knüpft an die Fassadengestaltung der Hochhausscheiben an. Durch die Farbigkeit und die Sekundärelemente in Holz, entsteht eine Fassade, die sich durch ihren tektonischen und atmosphärischen Reichtum von der üblichen Homogenisierung absetzt. Der Entwurf erhält durch seine Direktheit der Fügung und der einladenden Leichtigkeit seine eigene Identität im Quartier.

Landschaftsarchitekten: Atelier Oriri
Bauingenieur: Basler & Hofmann